Ein Film von geradezu magischer Schönheit
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Inhalt
Der Film behandelt fast vollständig durch Rückblenden die Kindheit des Filmregisseurs Salvatore (Toto) Di Vita in dem fiktiven sizilianischen Fischerdorf Giancaldo. Die filmische Erzählung setzt mit einer Szene im Rom der 1980er Jahre ein. Salvatore, ein international erfolgreicher Regisseur, kehrt heim und erfährt dort von seiner deutlich jüngeren Freundin, dass seine Mutter aus Sizilien angerufen habe, um die Nachricht vom Tod des alten Filmvorführers Alfredo zu übermitteln. Dieses Ereignis benutzt der Film, um zum einen den inzwischen erwachsenen Salvatore an den Ort seiner Kindheit zurückzuführen, um an der Beerdigung teilzunehmen. Zum anderen ist der Tod der Auslöser einer imaginären Reise in die Zeit, als Salvatore noch ein Kind (Toto) war.
Salvatore erinnert sich an seine Kindheit in den späten 1940er Jahren, die er als Halbwaise zu einem großen Teil im Kino des Ortes (dem originalen Cinema Paradiso) zugebracht hat. Nachdem sein väterlicher Freund, der Vorführer Alfredo, bei einem Brand im Kino sein Augenlicht verloren hatte, durfte der kleine Junge im wieder aufgebauten Kino (dem Nuovo Cinema Paradiso) arbeiten. Bei dieser Tätigkeit lernte er nicht nur das Handwerk eines Filmvorführers, sondern verliebte sich in die Filme selbst, weshalb er Giancaldo später im Film den Rücken kehrt, um selbst Filme zu machen. Auslöser für das Fortgehen aber ist, so erinnert sich Salvatore auch, seine unglückliche Liebe zu Elena, der sozial unerreichbaren Tochter eines lokalen Bankiers. Alfredo, der das Potential von Toto und dessen Chancenlosigkeit in Sizilien erkennt, drängte ihn zum Verlassen sein Heimatdorfs. Um die Bande zu lösen, verbat er ihm, an ihn zu denken, noch ihn zu besuchen.
Auf diese Weise kehrt Salvatore erst nach 30 Jahren wieder nach Giancaldo zurück. Er selbst und der Ort sind andere geworden. Deutlich wird dies wiederum an dem Gebäude des Nuovo Cinema Paradiso selbst, das leer steht und abgerissen werden soll, um Parkplätzen Raum zu machen. Alfredo aber hat Salvatore als Überbleibsel des Kinos und seiner Geschichte eine Filmrolle mit aneinandergereihten Kuss-Szenen hinterlassen, die er auf Geheiß des Dorfpfarrers über die Jahre aus den Filmen schneiden musste.
DVD-Info
Originaltitel: Nuovo Cinema Paradiso (Frankreich / Italien 1988 )
Genre: Drama
Darsteller: Philippe Noiret, Jacques Perrin, Isa Danieli
Regisseur(e): Giuseppe Tornatore
Komponist: Ennio Morricone
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 1.0), Italienisch (Dolby Digital 1.0)
Untertitel: Deutsch
Region: Region 2
Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Studio: Concorde Video
Erscheinungstermin: 4. Oktober 2006
Produktionsjahr: 1988
Premierendatum: 7. Dezember 1989 Bundesrepublik Deutschland
Spieldauer: 125 Minuten
DVD-9
[url='http://www.imdb.de/title/tt0095765/']IMDb 8,5/10[/url]
Kritiken
Giuseppe Tornatore erzählt seine rührende, vergnügliche und nostalgische Geschichte mit einer Melancholie, wie sie nur wenige der großen italienischen Meisterregisseure auf Zelluloid zu bannen vermögen. Das großartige Spiel von Philippe Noiret ("Masken"), eine amüsante Rückschau auf Publikumserfolge der 40er und 50er Jahre und die Praxis der kirchlichen Zensur sowie Ennio Morricones ("Es war einmal in Amerika") bewegende Musik verleihen dem in Cannes mit dem Spezialpreis der Jury und in diesem Jahr mit dem "Oscar" für den besten ausländischen Film ausgezeichneten Glücksfall von einem Film zusätzlich Klasse.
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Auszeichnungen
Cinema Paradiso gewann 1990 den Oscar als bester fremdsprachiger Film. Giuseppe Tornatore gewann auf dem Filmfestival Cannes 1989 den großen Preis der Jury und erhielt den Europäischen Filmpreis. Als bester europäischer Schauspieler erhielt Philippe Noiret für seine Darstellung des Alfredo den Europäischen Filmpreis.
Hintergrundinfo
Obwohl Tornatore keinen autobiografischen Film abliefert, ist Cinema Paradiso dennoch vielfältig mit seinem eigenen Werdegang verknüpft. Zum einen sind die allgemeinen Lebensumstände der Filmfigur Salvatore und des Regisseurs Tornatore ähnlich: beide haben ihre Kindheit im Sizilien der 1940er und 1950er Jahre verbracht, beide haben den Ort ihrer Kindheit und Jugend verlassen und beide habe ihre Liebe zum Film zum Beruf gemacht. Zum anderen gewinnt dieser Bezug konkret Gestalt in dem Umstand, dass Tornatore seinen sizilianischen Heimatort, Bagheria, zum Drehort wählt. Neben der Erzählebene, in der das Heranwachsen der Figur Salvatore beschrieben wird, erzählt der Film darüber hinaus auch die Geschichte des Kinos, nicht nur des realen Gebäudes in Giancaldo, sondern auch die des Films und des Filmeschauens. So nutzt Tornatore die Szenen mit Filmvorführungen immer wieder, um Referenzen zu Klassikern der Filmgeschichte zu machen und mittels dieser Einblendungen auch seine Geschichte zu erzählen und zu kommentieren. Unter anderem zeigt er Szenen aus Renoirs Les Bas-Fonds (1936), Fellinis I Vitelloni (1953), Chaplins Knockout (1914) und Viscontis La Terra Trema (1948 ). Auf Grund dieser interfilmischen Referenzen wird Cinema Paradiso von der Filmkritik als 'nostalgischer, postmoderner Film' behandelt
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