Pelle, der Eroberer
Max von Sydow als alternder Vater, der mit seinem 13jährigen Sohn nach Dänemark auswandert, wo er auf ein besseres Leben hofft. Glänzende Darstellerleistungen.
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Inhalt
Schweden, um die Jahrhundertwende: Im Land herrscht bittere Armut, weshalb viele Menschen auswandern oder im angrenzenden Dänemark Arbeit als Tagelöhner suchen. Zu diesen gehört auch der fünfzigjährige Witwer Lasse Karlsson und sein achtjähriger Sohn Pelle. Beide reisen auf die dänische Insel Bornholm wo sie sich eine Anstellung als Landarbeiter bei den dortigen Großgrundbesitzern versprechen. Ihre Hoffnungen erfüllen sich jedoch nicht. Lasse ist zu alt, um der Arbeit nachzugehen, Pelle noch zu jung. Auf dem Hof des reichen Gutsherrn Kongstrup finden beide stattdessen Anstellung als Stallknecht beziehungsweise Viehhirte.
Trotz der harten Lebensbedingungen ist Lasse seinem Sohn sehr zugetan. Er versucht Pelle ein gutes Leben mit kleinen Freuden zu ermöglichen, wie etwa einem bescheidenen Geburtstagsgeschenk. Dieser besucht mit Erfolg die Dorfschule. Dennoch wird der Junge als Einwanderer des Öfteren verspottet und erniedrigt. Gleichzeitig muss Pelle erkennen, dass sein Vater im Alter ein Feigling geworden ist und nicht wagt, gegen das Leibeigenendasein bei der Obrigkeit aufzubegehren. Dagegen stark und unerschrocken präsentiert sich der Knecht Erik, mit dem Pelle Freundschaft schließt. Erik weiht den Jungen in seine Pläne ein, in zwei Jahren Dänemark zu verlassen und nach Amerika auszuwandern, um ein Leben in Freiheit und Reichtum zu führen. Währenddessen verlieben sich der Sohn des Verwalters und eine Magd, was der Verwalter natürlich nicht duldet. Heimlich lieben sie sich, die Magd wird schwanger und die beiden töten das Kind gleich nach der Geburt. Die Magd wird daraufhin verhaftet, der Sohn des Verwalters stirbt bei einer Seenot-Rettungsaktion. Der Gutsbesitzer verführt seine Nichte, woraufhin seine dem Alkohol zugetane Frau diesen kastriert.
Erik beklagt die sklavenähnlichen Zustände auf dem Gut und stellt sich gegen den gedankenlosen und brutalen Verwalter. Im Kampf mit diesem wird er durch einen Stein schwer am Kopf verletzt und verbringt von da an sein Leben als schwachsinniger Krüppel. Lasse hofft auf einen sicheren Lebensabend und wirbt um die allein stehende Seemannsfrau Anna. Die Verbindung zerschlägt sich aber, als Annas tot geglaubter Ehemann zurückkehrt und er gibt sich dem Alkohol hin. Im kommenden Jahr soll Pelle zum Hilfsaufseher aufsteigen. Er lehnt das Angebot ab, denn er sehnt sich immer noch nach einem Leben in Freiheit und Solidarität und möchte die unmenschlichen Zustände verlassen. Ohne seinen Vater, der zu alt ist, um ihn zu begleiten, bricht Pelle daraufhin nach Amerika auf.
DVD-Info
Darsteller: Max von Sydow, Pelle Hvenegaard, Erik Paaske
Originaltitel: Pelle eroberen (Dänemark / Schweden 1987)
Genre: Drama
Regisseur(e): Bille August
Komponist: Stefan Nilsson
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Deutsch (Dolby Digital 2.0), Englisch (Mono), Englisch (Dolby Digital 2.0), Englisch (Dolby Digital 5.1)
Region: Region 2
Bildseitenformat: 16:9 - 1.78:1
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Studio: KNM Home Entertainment GmbH
Erscheinungstermin: 16. Mai 2008
Produktionsjahr: 1987
Premierendatum: 23. März 1989 Bundesrepublik Deutschland
Spieldauer: 143 Minuten
DVD-9
[url='http://www.imdb.de/title/tt0093713/']IMDb 7,8/10[/url]
Kritiken
Großartige Verfilmung des gleichnamigen Romans von Martin Andersen-Nexö. In epischer Breite erzählt Regisseur Bille August vom Schicksal seiner Helden und nimmt sich dabei auch die Zeit, auf Nebenhandlungen einzugehen. Den bewegenden Bildern und den großartigen Darstellern, allen voran Max von Sydow und Pelle Hvenegard, die im letzten Jahr für ihre Leistungen den Europäischen Filmpreis erhielten, ist es zu verdanken, daß keine Minute Langeweile aufkommt. Unverständlicherweise wollten nur gut 50.000 Kinozuschauer den Oscar-Preisträger 1989 und Gewinner der Goldenen Palme in Cannes1988 sehen. Dabei hätte Pelle mit etwas Engagement die Fähigkeiten, neben der Welt auch den Markt zu erobern.
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Auszeichnungen
Pelle, der Eroberer wurde mit über 20 internationalen Film- und Festivalpreisen ausgezeichnet und war für vier weitere nominiert.[13] Im Jahr 1988 gewann der Film mit dem Guldbagge (Bester Film, Bester Darsteller – Max von Sydow), der Bodil (Bester Film und Darstellerpreise an Von Sydow, Björn Granath und Karen Wegener) sowie dem Robert (unter anderem Bester Film, bestes Drehbuch und Darstellerpreise an Von Sydow und Granath) die wichtigsten schwedischen und dänischen Filmpreise. Im Mai desselben Jahres konkurrierte der Film gemeinsam mit unter anderem Krzysztof Kieślowski Ein kurzer Film über das Töten und Clint Eastwoods Bird im Wettbewerb der 41. Internationalen Filmfestspiele von Cannes und gewann mit der Goldenen Palme den Hauptpreis des Festivals. Von Sydow erhielt von der Jury eine lobende Erwähnung für seine darstellerische Leistung als Vater.
Im November 1988 wurden Max von Sydow und Pelle Hvenegaard mit dem erstmals vergebenen europäischen Filmpreis Felix ausgezeichnet, während der Film und Nebendarsteller Björn Granath nominiert waren. Auch in den Vereinigten Staaten wurde der Film erfolgreich aufgenommen und als dänischer Beitrag mit einem Golden Globe Award und dem Oscar jeweils als Bester fremdsprachiger Film ausgezeichnet. Max von Sydow wurde als erster und bislang einziger skandinavischer Schauspieler für den Academy Award in der Kategorie Bester Hauptdarsteller nominiert.
Hintergrundinfo
Bei dem Film handelt es sich um eine Adaption von Martin Andersen Nexøs vierbändigen autobiografisch geprägten Romanzyklus Pelle der Eroberer, der zwischen 1906 und 1910 veröffentlicht wurde. Nexø, der als erster und wichtigster „Arbeiterdichter“ Dänemarks gilt,widmete sein Werk Henrik Pontoppidan und beschrieb es als „ein Buch über den Proletarier – also über den Menschen selbst – der sich nackt, ausgestattet nur mit Gesundheit und Appetit, in des Lebens Sold begibt“. Es wird als proletarische Alternative zu Pontoppidans Werk Hans im Glück (Lykke-Per, 1898–1904) angesehen.Die vier Bände folgen Pelles Entwicklung bis ins Erwachsenenalter. Da es als nicht möglich erschien, die gesamte Geschichte zu adaptieren, konzentrierten sich die Drehbuchautoren Bille August, Per Olov Enquist und Bjarne Reuter auf Kindheit und Jugend des Protagonisten.
Carl Theodor Dreyer, Roman Polanski und Bo Widerberg hatten sich vergeblich um eine Verfilmung des Romans bemüht.Die Filmrechte lagen bis 1983 bei den Verwandten des Autors und der DDR, in die Nexø übergesiedelt war, ehe diese an Dänemark zurückgegeben wurden. Daraufhin wurde ein Teil der Innenaufnahmen in den DEFA-Studios in Potsdam-Babelsberg gedreht. Der Großteil der Dreharbeiten fand auf einem Gut in der Nähe von Kopenhagen statt, wo circa sieben Monate gedreht wurde.Mit Produktionskosten von über 30 Mio. Kronen gilt Pelle, der Eroberer als einer der teuersten Filme des skandinavischen Kinos.Eine anvisierte 50 Mio. Kronen teure Koproduktion mit Kanada scheitere daran, dass die Geschichte englischsprachig verfilmt werden sollte.
August sah den Film vorwiegend als emotionale Geschichte zwischen einem einsamen Vater und seines Sohnes. „Es ist auch eine Geschichte darüber, wie Menschen in einer extrem grausamen Welt überleben. Aber ich wollte die politischen und sozialen Elemente im Hintergrund lassen.“Er konzipierte die Figur des Vaters bewusst als zentrale Figur des Films und hatte sich zu Beginn der Arbeit am Drehbuch bereits dafür entschieden, Max von Sydow die Rolle anzuvertrauen, dem er ein 25-seitigen Entwurf zukommen ließ. Von Sydow beschrieb das Skript als fesselnd und sagte zu, nachdem ihm laut eigenen Angaben vorwiegend „fanatische, befremdende und neurotische Rollen“ angeboten worden waren.Für die Titelrolle des jungen Pelle wurde ein jahrelanges Casting mit 4.000 Bewerbern veranstaltet. Es setzte sich der 13-jährige Kopenhagener Schüler Pelle Hvenegaard durch, dessen Mutter ihn auch nach der Romanfigur benannt hatte. Max von Sydow sollte ihn später für seine Reife loben und beschrieb ihn als sehr geduldig bei den Dreharbeiten.
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- Eingetragen
- 28.04.2012
- Kinostart
- nicht angegeben
- Größe
- 7,53 GB
- Kategorie
- Movies — DVD-R
- Passwort
- –


