Die Elbe: Gustl Busch Es gilt als das deutsche Nachkriegsdrama schlechthin: 'Ein Stück, das' - laut Untertitel - 'kein Theater spielen und kein Publikum sehen will'. Darin sollte sich der todkranke 25 jährige Dichter täuschen.
Die Hörspielursendung des Stückes am 13. Februar 1947 beim NWDR löste ein enormes Echo aus. Beckmann, der Krüppel mit der Gasmaskenbrille, wurde zur phänotypischen Gestalt des späten Kriegsheimkehrers. Sein verzweifelter Ruf 'Gibt denn keiner Antwort?', in dem er die Frage nach der Verantwortung für die Schuld der jüngsten Vergangenheit stellte, sprach die Gefühlslage von Millionen an.
Beckmann, ein 'ausgemachter Antiheld' - so Peter Rühmkorf - 'wurde zum Sinnbild des herumvagabundierenden schlechten Gewissens, der Klage, aber auch der Anklage einer bürgerlichen Welt, die ihre Ordnung bereits wieder gefunden hat'. Das Drama wurde am 21. November, dem Totensonntag des Jahres 1947, an den Hamburger Kammerspielen uraufgeführt und zwei Jahre später verfilmt. Den großen Erfolg erlebte Borchert nicht mehr.
Die Stationen der versuchten Heimkehr des Unteroffiziers Beckmann aus dem Zweiten Weltkrieg demonstrieren Leiden und Sinnlosigkeit dieses Krieges - von Kriegen überhaupt - an Beispielen, an den chaotischen Bedingungen der Folgezeiten. Beckmann sucht einen neuen Anfang, geleitet, immer wieder angetrieben und ermutigt von der Figur des "Anderen", der als sein aktiveres, lebensbejahendes Alter ego gelten kann. Doch überall bleibt Beckmann "draußen vor der Tür"